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Wie bestimmte Lachyogaübungen gezielt zur Entspannung der Kau- und Gesichtsmuskulatur beitragen

04. April

Seit mehr als 17 Jahren praktiziere ich Lachyoga und das hat mir sehr gut getan. Als ich mich vor einigen Jahren einer Wirbelsäulen- Operation unterziehen musste, war ich sehr glücklich, zahlreiche Lachyoga- Übungen zu kennen, die mir aktiv halfen den Schmerzpegel gering zu halten, um meinen Optimismus und meine gute Laune nicht zu verlieren. Problemlos habe ich damals alles überstanden.

Als ich später mit Mobbing am Arbeitsplatz und als Folge dessen mit Depressionen zu kämpfen hatte, habe ich nach Möglichkeiten Ausschau gehalten, Lachyoga am Stück, über einen längeren Zeitraum zu praktizieren. Ich war mir sicher, dass eine „verlängerte, aber überschaubare Lachyoga- Situation“ hilfreich sein wird, umherschwirrende Gedanken zu zähmen, um auch diese gesundheitliche Herausforderung zu meistern.

Deshalb habe ich mich entschlossen, die Ausbildung zum zertifizierten Lachyoga- Lehrer (Certified Laughter Yoga Trainer) bei “ Dr. Kataria Shool of Laughter Yoga“ zu besuchen. Zwar hatte ich einige Zeit zuvor einen Wochenendkurs in Berlin bei Dr. Madan Kataria, dem Arzt aus Indien, der Lachyoga erfunden hatte besucht und danach einen Lachclub in Buch am Erlbach, wo ich als Zahnärztin arbeitete, gegründet.

Jetzt aber ergab sich die Möglichkeit, 5 Tage in „Lachenergie“ zu baden, unter der Leitung von Madhuri und Dr. Madan Kataria, was sich wirklich positiv auf meinen gesundheitlichen Zustand ausgewirkt hat.

Durch das erworbene Zertifikat erhielt ich auch die Berechtigung  Lachyoga – Clubleiter auszubilden.

Ab sofort bot sich auch die Möglichkeit an, gezielt auf meine Erfahrungen und Beobachtungen beim Lachen mit Lachyoga- Interessierten hinzuweisen.

Außerdem bin ich als Zahnärztin so auf die Betrachtung des Mundes fixiert, dass meine Blicke beim Lachen permanent in die eine Richtung „rutschen“. So fällt mir auch jetzt immer wieder auf, wie persönlich sich das Lachen, bei unterschiedlichen Menschen körperlich manifestiert: einige öffnen den Mund sperrangelweit, dass das “ zappelnde Zäpfchen“ zu sehen ist. Bei anderen ist der Unterkiefer wie festgeschraubt, sie öffnen beim Lachen kaum den Mund.

Andere wiederum erzählen am Ende der Lachyogaveranstaltung, dass sie so viel gelacht haben, dass der gesamte Mundbereich weh tut.Beide Hände ruhen dabei breitflächig auf den Wangen.

Über die zahlreichen Wirkungen von Lachen auf Körper und Seele im allgemeinen wurde viel geforscht und forschen die Gelotologen weiterhin.

Nirgends oder selten wird die heilende Wirkung vom herzhaften Lachen auf verspannte Kaumuskeln erwähnt, sowie auch auf 

Kiefergelenksproblematiken, Kopf- und Nackenschmerzen, Beckenschiefstand, Schlafstörungen etc. Durch das regelmäßige Praktizieren von Lachyoga werden all diese körperlichen Beschwerden positiv beeinflusst.  

Übersehen die Lachyoga- Spezialisten die natürliche, harmonisierende Wirkung des Lachens auf die Kau- und Gesichtsmuskulatur, so geht ein enormer Teil dessen heilender Wirkung verloren.

Und das wäre schade!

Denn es gibt zahlreiche Zeitgenossen, die unter Kiefergelenk- und Kaumuskel- Problemen leiden. Diese werden oft alleine gelassen, da wenige Zahnarztkollegen diese Zusatzqualifikation aufweisen.

 Deshalb praktizieren wir in unseren Gruppen bewusst auch Lachyoga- Übungen die darauf zielen, spielerisch die Kau- und auch die gesamte Gesichtsmuskulatur zu entspannen.

Dadurch wird die Lebensqualität zahlreicher Mitlachender gewaltig verbessert. Denn verkrampfte Kaumuskeln beherbergen zahlreiche unverarbeitete Emotionen, wie Wut, Angst, Schmerz, Scham. Unübersehbar tritt ein befreiendes seelisches Gleichgewicht öfter bei Lachyoga- Praktizierenden auf, nach der gezielten, bewussten Entspannung der Kaumuskulatur.

Übungen wie: „den Unterkiefer lockern“, „die Muskeln Masseter und Temporalis mit Lachenergie füllen“, “ das gebremste Lachen“ etc. sind einige Beispiele die erlauben, gezielt, bewusst und spielerisch die Kaumuskulatur zu entspannen.

In Berlin bieten wir regelmäßig Workshops und und Wochenend- Seminare an, die gerade diese Themen beleuchten.

Sie richten sich an:

– Interessenten, die nach einfachen, unterstützenden Methoden suchen, das Kiefergelenk in Gleichgewicht zu bringen, Kau- Gesichts- Nackenmuskeln zu entspannen, Kopfschmerzen abzubauen;

– Zeitgenossen, die eine harmonische Kauaktivität  erreichen möchten, z.B. vor einer Nahrungsumstellung, nach einer Fastenkur, bei  Gewichtskontroll- Management usw;

Lachyogalehrer, die ihr Lachyoga- Übungs- Repertoire erweitern und ergänzen möchten;

-an alle Lachyoga interessierten Menschen, die auch diese wirkungsvollen, vielversprechenden Lach- und Entspannungsübungen ausprobieren möchten;

– an Therapeuten, Ernährungsberater und an alle Interessenten, die eine effiziente Methode erlernen möchten, die in kürzester Zeit die Kaumuskulatur energetisch entspannt und das Kiefergelenk in harmonischer Balance bringt: RESET (Rafferty Energie System zur Entlastung des TGM-Kiefergelenks). Bei erfolgreicher Teilnahme am Wochenend- Seminar wird ein Zertifikat ausgestellt.

Entspannte Kiefermuskeln und Lachyoga gehören zusammen und sollten einfach unzertrennlich sein!

Sie sind alle herzlich eingeladen, dabei zu sein. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte der Rubrik Seminare und Workshops

 

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Kaupause

01. August

Für jede körperliche Aktivität stellt die Natur ein Quantum an Energie zur Verfügung. Wird diese Energie nicht verbraucht, so kann sie im Körper umherirren. Wird bei der ungenügenden Nahrungszerkleinerung im Kauprozess nicht die gesamte Kauenergie verbraucht, so kann diese unverbrauchte, umherirrende Energie die vom Mundorgan benötigten Kaupausen beträchtlich beeinflussen. Öfter mit verheerenden Folgen.

Was kann passieren?

In den Kaupausen werden die Zahnreihen unkontrolliert zusammengebissen. Dieser Prozess geschieht gewöhnlich unbewusst und ohne Kontrolle der sensiblen Tastorgane die sich in jedem Zahn befinden.

Hast Du Dich vielleicht irgendwann ertappt, wie Du gedankenverloren Deine Zähne zusammenbeißt, dass möglicherweise die Kiefermuskeln schmerzten? Oder ist Dir bei Freunden oder Bekannten aufgefallen, wie sie manchmal die Zähne so fest zusammen beißen, dass ihre Kaumuskeln sichtbar unter der Gesichtshaut „tanzen“? Dieser meist unbewusste Energieeinsatz in den Kaupausen ist unfruchtbar und destruktiv. Die Resultate können gravierend sein: durch den unkontrollierten Druck erhält der Schmelzmantel der Zähne Risse. Bakterien haben es einfach, den Zahn anzugreifen, was zur Kariesbildung führen kann. Der Zahnhalteapparat wird überbelastet und Schmerzen entstehen. Die Kaumuskeln sind in einem dauernden Krampfzustand. Das alles führt manchmal zu Kopfschmerzen, Einschlafstörungen, Wirbelsäulenbeschwerden, Beckenschiefstand.

Achte vermehrt auf den Weg, den Deine Nahrung, von der Vorbereitung bis zur Nahrungsaufnahme beschreibt.

Beobachte Deine Körperposition beim Essen.

Nimm immer eine mundgerechte Essenportion  auf.

Iss jeden Bissen bewusst und mit Aufmerksamkeit.

Schlucke ihn erst in dem Augenblick, in dem sein Geschmack sich voll entfaltet hat.

So hast Du locker die Möglichkeit, dem Stress einen Riegel vorzuschieben und die gesamte Kauenergie naturgemäß einzusetzen. Da benutzt Dein Körper die Kaupausen um die Muskeln zu entspannen. Eventuell auftretender Stress wird erfolgreich abgeleitet. Diese angenehme Zeit kannst Du mit Körper und Seele voll genießen.

 

 

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Eine clevere Kaumethode – „Die entgegengesetzte Zwiebelschalentechnik“

25. März

Die entgegengesetzte Zwiebelschalentechnik hat als Ziel die Schulung körpereigener Wahrnehmungen.

Es ist eine bewusste Kautechnik, bei der gelehrt wird, im Rahmen der täglichen Essensaktivität vermehrt im Zustand des aufmerksamen Kauens zu verweilen, bevor der Schluckvorgang beginnt. Jeder Bissen wird in der Mundhöhle mit neugieriger Aufmerksamkeit aufgenommen, von sämtlichen Mundorganen physiologisch verabeitet, um ihn bewusst nur in verflüssigtem Zustand für das Schlucken freizugeben. Der Körper profitiert maximal von der aufgenommenen Nahrung.

Diese Art zu Kauen ist heutzutage nicht die Regel, sondern die Ausnahme.

Die Prinzipien dieser Kautechnik:
1) Essgewohnheiten erstmal beibehalten doch jeden Bissen bewusst kauen.

2) Kautraining mit Hilfe von Kauübungen zu praktizieren, um:

  •    anfängliche bewusste Kauschwierigkeiten zu überbrücken,
  •    aktive Kau – Aufmerksamkeit und -Präsenz zu erwerben,
  •    schrittweise das Körperempfinden zu steigern, und die  Verdauungsorgane zu entlasten,
  •    den Zugang zur inneren Stimme und Mitte  zu ebnen, 
  •    persönliche Orientierung im Angebotsüberfluss von Lebensmittel zu erwerben,
  •    vermehrt Nahrungsmittel zu verzehren, die Wirkstoffe enthalten, welche dem Körper fehlen und die ihn  energetisch aufbauen.
  •    verschüttete Instinkte zu erwecken, welche eine stressfreie  Essensumstellung unterstützen.

3) Ein Kautagebuch zu führen, um den Prozess wiederholend zu aktivieren. Sämtliche Kauaktivitäten, Gedanken, Emotionen werden festgehalten ( z.B. aus welchem Impuls heraus du gerade jetzt diese Speise ißt). Körperempfindungen, Gefühle, Eindrücke, Beobachtungen, Stolpersteine werden hier aufgezeichnet, um diesen Selbsterfahrungsweg bewusst nachvollziehen zu können. Individuelle Entwicklungen und Veränderungen sind so angenehm überschaubar.

4) Üben in einer Kaugruppe unter Anleitung eines Kauberaters.

Was bewirkt das?

        – das Üben in einer Gruppe trägt erheblich zur Steigerung der inneren emotionalen Sicherheit bei;

        – ein geschützter Raum wird aufgebaut,

       – sowie eine Atmosphäre der Akzeptanz, die animiert, erstmal mit aktuellen Kaugewohnheiten Freundschaft zu  schließen;

       – spezielle  Kauübungen werden ausgewählt, die Übungszeit wird abgesteckt,

      – der Alltagsstress wird abgebaut,

      – der Umlernprozess erfolgt leichter und ist tiefgreifender, wenn ein Berater begleitend zur Seite steht.

5) Gedankliche Wiederholung gelungener Kauaktivitäten.

Die physiologische Kauweise ersetzt das dominante Kaumuster viel schneller, wenn eine ideale Kauaktivität auch meditativ geübt wird. Das aktiviert und festigt neue Gehirnareale.

Die „entgegengesetzte Zwiebelschalentechnik“ ist ein einfaches aber effizientes Werkzeug, mit deren Hilfe erworbenes Wissen in Praxiserfahrung umgewandelt wird.

 

 

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Eine clevere Kaumethode – „Die entgegengesetzte Zwiebelschalentechnik“ Teil 2

28. Februar

Das Üben nach den ganzheitlichen Prinzipien  der entgegengesetzten Zwiebelschalentechnik führt zu einer Harmonisierung  mechanischer Kauabläufe. Sensorik und Motorik können auf diese Weise erfolgreich gekoppelt werden.


Kauübungen sind wertvolle Werkzeuge die ermöglichen, erneut Freundschaft mit Ihrem Körper zu schließen.

Mit Hilfe von Kauübungen wird das Vermögen geschult:

– die Wirkung der aufgenommenen Nahrung auf unsere Sinne bewusst wahrzunehmen,

– die Antwort unseres Körpers über körpereigene Signale zu erfassen und

diese Signale korrekt zu deuten.

Der Körper wird auf diese Weise sensibilisiert sowie trainiert, gewohnheitsmäßig bestimmt jene nährstoffbeladenen Lebensmittel zu sich zu nehmen, die ihm augenblicklich fehlen und die ihm die meiste Energie bieten. Als unmittelbare Konsequenz wird der innere Kern direkt gestärkt, seine ständige, erfolgreiche Zentrierung und Stabilisierung kann bei jeder Nahrungsaufnahme erfolgen.

Die entgegengesetzte Zwiebelschalentechnik  kann als Umkehrung der yogischen Zwiebelschalentechnik verstanden werden. Diese besagt, dass “der Mensch, spirituell gesehen wie eine Zwiebel aufgebaut ist“. Schale um Schale müssen die Verspannungen von außen nach innen abgelöst werden. Bis der innere Kern freigelegt ist. Dann entsteht dauerhaftes inneres Glück. (Zitiert frei nach: http://de.wikibooks.org/wiki/)

Bei den alten Chinesen ist der innere Kern als vibrierende Harmonie von Mensch, Erde und Himmel wahrzunehmen und wird “drei Schätze” genannt.

Als inneren Kern wird auch ein Urzustand bezeichnet, in dem wir mit der Quelle unserer Lebenskraft, Liebe und Freiheit in Verbindung stehen und der Gesundheitszustand intakt ist .

Doch oft liegt dieser innere Kern in so weiter Ferne, dass er in einem Leben nicht erreicht werden kann. Zur Erlangung des dauerhaften inneren Glücks wird dann ein zweites oder ein drittes Leben benötigt.

 

Dahingegen steht bei der entgesetzten Zwiebelschalentechnik der direkte und somit kürzere Weg zum inneren Kern und zum Wohlbefinden, über das “bewusste, achtsame Kauen” im Fokus. Das ist offensichtlich eine einfache, vielleicht etwas zeitintensivere  Möglichkeit  mit sich selbst in Kontakt zu kommen, die jedem jederzeit kostenlos zur Verfügung steht. Sie intensiviert die Kontaktaufnahme mit inneren Ressourcen, ist quasi eine “Abkürzung” um mit seinem Körper bewusst in Kontakt zu kommen. Mit der Konsequenz:den inneren Kern zu spüren und stärken, sowie aus der ursprünglichen Kraft zu schöpfen.

So haben wir tatsächlich eine  wertvolle harmonische Gesundheitsressource jederzeit zur Verfügung. Durch das wiederholte Verweilen im Zustand des aufmerksamen, bewussten Kauens jedes Bissens wird die gesamte Verdauungsarbeit reguliert, optimiert, die Körpermitte direkt gestärkt und gesundet.

Die Entgegengesetzte Zwiebelschalentechnik ist die explizite Kautechnik um Gefühle von Appetit, Hunger, Sättigung bewusst zu empfinden und eigenständig zu definieren.

Die Überflussgesellschaft erlaubt uns auch dann zu essen, wenn wir kein echtes Hungergefühl wahrnehmen. So dass wir oft Hunger mit Appetit verwechseln, ohne es zu bemerken.

Ein echter Yogi, auf dem Weg zur inneren Harmonie betrachtet seinen Körper als “Sitz des Geistes” und nimmt seine Mahlzeiten mit bewusster Aufmerksamkeit, um diesen gesund zu erhalten.

Im Verdauungsprozess transformiert der menschliche Körper die Nahrung in ihre Bestandteile, welche dann als Nährstoffe über die Blutbahn bis in die kleinsten Körperzellen gelangen. Auf diese Weise wird jede Körperzelle ernährt und mit Energie versorgt.

Aufmerksames Kauen entlastet ihn auch aus dem Grund, da vermehrt Speichel benötigt wird um jeden Bissen gründlich zu bearbeiten. Dadurch nimmt er weniger Nahrung auf. Gene im menschlichen Körper sind schlau und haben im Laufe der Evolution ein Programm für Nahrungsmangel aufgezeichnet. Wie lange wird es dauern, bis sie ein adäquates Programm für “Nahrungsüberfluss” entwickeln werden?

Durch bewusstes Kauen wird ein “Überfressen” ausgeschlossen, Gefühle von Hunger, Appetit, Sattheit können leicht erkannt und zugelassen werden.

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Einfluss der Kaumuskulatur auf den Cranio Sacral Rhythmus

30. November

Die Knochen des Schädels befinden sich in ständiger rhythmischer Bewegung.

An definierten Stellen im Gehirn (Plexus choroidei – Adergeflecht) wird kontinuierlich Gehirnflüssigkeit produziert und absorbiert.

Diese wird mit einer Frequenz von 6-12 Zyklen / Min. ausgeschüttet.

Die Flüssigkeit befindet sich in ständiger Bewegung, sie umhüllt das gesamte Gehirn, Rückenmark und Nerven.

Diese Bewegung wird Craniorhythmus genannt. Sie bewirkt eine rhythmischen Zusammenziehung und Ausdehnung von Cranium (Schädelknochen) Wirbelsäule und Sacrum (Kreuzbein).

Der Rhythmus kann am Körper genauso gespürt werden, wie der Herzschlag und die Atembewegung.

Ist diese Bewegung gestört so entsteht ein Stau, der harmonische Fluss der Gehirnflüssigkeit wird eingeengt oder blockiert.

Die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung im Gehirn und Rückenmark sind eingeschränkt, der Abtransport der Schlacken ist vermindert.

Als Folge davon verliert der Körper Kraft und Vitalität. Schmerzhafte Bewegungseinschränkungen belasten die Lebensqualität.

Eine der Ursachen dieser Bewegungseinschränkung kann eben die ungenügende Nahrungszerkleinerung, das unphysiologische Kauen, als Folge dysbalancierter Kaumuskeln sein.

Wie genau wird dadurch das Cranio- sacrale- System beeinflusst?

Das Keilbein (os sphenoidale) hat eine zentrale Rolle bei der Bewegungsübertragung.

Mit den meisten Schädelknochen steht es in direkter Verbindung.

Das Keilbein ist derjenige Schädelknochen, der ein Teil der Schädelbasis bildet und die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) beherbergt. Diese steuert das gesamte Drüsensystem des Körpers  (wie z.B: das Wachstum, die Keimdrüsen, Milchproduktion, Wasserhaushalt, Immunsystem etc).

Am Keilbein befindet sich auch der Ursprung von Kaumuskeln, die den Mund öffnen, schließen und nach vorne bewegen  (innere und äußere Flügelmuskeln).

Sind diese verspannt (verkürzt) so steht das Keilbein nicht richtig, es kann zu einer Blockade kommen.

Direkte Folgen von verspannten (verkürzten) Kaumuskeln können u.a. sein:

– eine gestörte Aktivität der Hypophyse – wodurch die hormonelle Arbeit des Körpers massiv beeinflusst werden kann.

– durch die gelenkige Verbindung des Keilbeins mit den anderen Schädelknochen, werden diese genauso beeinflusst. Als Folge davon kann Cranio – Rhythmus gestört werden, die Versorgung des gesamten Körpers leidet darunter.

Das Keilbein bildet auch ein Teil der Orbita (Augenhöhle). Die Augen haben auch die Aufgabe, jede Disharmonie in der Körperstellung auszugleichen. Werden die Kaumuskeln entspannt und das Keilbein korrigiert, so führt das oft zu einer Verbesserung des Sehvermögens. Denn blockierte Muskeln oder Faszien übertragen ihre Blockaden auf den Knochen und schränken deren Beweglichkeit ein.

Deshalb ist es wichtig, die Kaumuskulatur in einem physiologischen Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung zu halten durch das erfolgreiche Praktizieren einer bewussten, aufmerksamen, vollständigen Kauaktivität.

Kauübungen,  wie wir sie  in unseren Seminaren und Workshops praktizieren, sind eine enorme Hilfe, um bewusst zu essen und entspannt zu kauen.

Ein Beispiel aus meiner Praxis:

Während meiner Weiterbildung in Cranio Sacral Therapie habe ich öfter meine Familie, Freunde und Bekannte behandelt.

Der Nachbar aus dem ersten Stock hatte schon längere Zeit Wirbelsäulenprobleme. Er war aber ein lebenslustiger Mensch und spielte, so oft sich eine Möglichkeit ergab, gerne Akkordeon. Meinen Söhnen hat er sogar angeboten, das Akkordeonspielen beizubringen, die haben aber dankend abgelehnt.

Eines Tages erschien er in der Mittagspause in der Zahnarztpraxis, einfach so, um “Guten Tag” zu   wünschen. Da teilte er mir mit, dass er nächste Woche einen Termin im Krankenhaus zur Halswirbelsäulen -Operation hatte, weil die Schmerzen jetzt Oberhand ergriffen hätten.

Ich war überrascht, denn er war kein Mensch, der sich dauernd beklagte. Zwar wusste ich von seiner Frau, dass er ab und zu Termine beim Orthopäden hatte, der ihm auch regelmäßig  Massagen verschrieb. Aber, dass die Krankheit so weit fortgeschritten war, das hatte sie nie erwähnt.

Da habe ich meinem Nachbarn kurzerhand angeboten, eine Cranio- Sitzung durchzuführen, um seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Von Beruf aus war er Feinmechaniker, so dass er gut nachvollziehen konnte, dass eine Blockade an einer Stelle im Körper, das gesamte System in Mitleidenschaft ziehen kann.

Die einzige Cranio -Sitzung, in der ich u.a. der Beweglichkeit des Keilbeins nachgespürt habe, dauerte 45 Minuten.

Nach einer Woche traf ich ihn erneut, so dass er mir mitteilen konnte, dass die Halswirbelsäulen-Operation gar nicht stattgefunden hatte. Bei der Aufnahme ins Krankenhaus erfolgte erneut eine eingehende Untersuchung. Da hat ihm der Arzt mitgeteilt: „Ihre Halswirbelsäule ist in Ordnung!“

Dann begann mein Nachbar herzhaft zu lachen:

„wissen Sie was der Arzt im Krankenhaus noch behauptet hat? Er sagte wortwörtlich: `Sie sind ein Simulant der heftige Schmerzen nur vorgetäuscht, um frühzeitig in Rente zu gehen!`

Dabei bin ich schon seit 3 Jahren Rentner!”

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Stressfrei kauen und genießen

18. August

Zahnschmerzen können öfter psychisch und nicht organisch bedingt sein. In solchen Fällen ist der Befund meistens unauffällig, die vorhandenen Zähne gesund, die Schleimhaut physiologisch also gut durchblutet.

Doch bei einer nicht geringen Anzahl dieser Patienten kann, als Folge von Stress eine verspannte Kaumuskulatur diagnostiziert werden, dass sie unbewusst versuchen, „die Zähne zusammenzubeißen“ oder sich durch unterschiedliche Probleme „durchzubeißen“.

Dann wird der Muskelschmerz oft auf die Zähne projiziert.

Um auf stressgeplagte Patienten besser eingehen zu können, habe ich eine Ausbildung in zahnärztlicher Hypnose absolviert.

„Jede Hypnose ist eigentlich eine Selbsthypnose, so sind persönliche Veränderungen während der Weiterbildung inhärent“. Und: „Die Problematiken, die Patienten ab sofort zur Behandlung mitbringen, werden sich grundlegend ändern!“ Das wurde uns zu Beginn der Weiterbildung prognostiziert.

Wie wahr diese Behauptung war, kann ich an einem Beispiel erörtern. Denn, ab dem Augenblick an dem ich die Ausbildung in Stuttgart begonnen habe, wurde ich mit neuen Situationen in der Praxis konfrontiert.
Stressgeplagte Patienten mit Myoarthropathien, Kiefergelenksbeschwerden, Zahnfleischerkrankungen sowie psychischen Problemen begannen sich vermehrt vorzustellen. Manche scheuten es nicht, einen langen Weg von bis zu 30 km in Kauf zu nehmen, nur um sich in unserer Praxis behandeln zu lassen.

So kam auch eine Frau P. (58 J.) zusammen mit ihrem Mann in unsere Praxis, um uns erstmal ihre gesamte Leidensgeschichte zu erzählen. Sie beschrieb präzise und mit Nachdruck ihre Odysse, die jetzt über fünf Jahre lang andauerte, und die sie von Zahnarzt zu Zahnarzt geführt hatte. Leider, erzählte sie weiter, war keine der von ihnen hergestellten Prothesen funktionstüchtig sondern wackelig, also zum Kauen, Sprechen und Wohlfühlen nicht geeignet. Öfters wird sie auch von heftigen Magenschmerzen geplagt, der Arzt konnte aber nichts Auffälliges diagnostizieren. Auch brannte der gesamte Mundraum seit dem Eingliedern des Zahnersatzes. Das Kauen damit war mühsam, der Speichelfluss vermehrt, die Patientin musste ständig schlucken.

Ihr Mann, der sie mit heftigem Kopfnicken während der gesamten Darbietung liebevoll unterstützte, holte aus einer Seitentasche seiner modern geschnittenen, braunen Lederjacke eine Plastiktüte hervor. Hier bewahrte er die Prothesen, mit denen seine unglückliche Frau nicht zurecht kam, auf.

“ Sie sind alle unbrauchbar!“ flüsterte er und machte eine grauenhafte Grimasse.

Körperliche und seelische Veränderungen im Leben, wie vorzeitiger Zahnverlust, familiäre Probleme sind Herausforderungen, die die betroffenen Patienten zwingen auf zahlreiche, liebgewonnene Routinen und Gewohnheiten zu verzichten. Sie müssen sich mit neuen Situationen so angenehm wie möglich arrangieren. Kommt Stress oder Mobbing am Arbeitsplatz noch hinzu, wird das gesamte Befinden zusätzlich beeinträchtigt.

So kann der Weg zur vollständigen Akzeptanz einer prothetischen Versorgung durch den Körper bei manchen Patienten lang, spannend aber auch voller Leid und Tücken sein.

Die Meisten kommen nach einer bestimmten Gewöhnungsphase mit dem vom Zahnarzt eingegliederten „Fremdkörper“ zurecht.

Solche Patienten verfügen über genügend energetische Ressourcen um den Zahnersatz dann quasi als „körpereigenes Gebilde“ zu akzeptieren und als solches zu integrieren.

Die o.g. Patientin wurde erstmal zum Hausarzt überwiesen, um das Vorhandensein einer systemischen Erkrankung auszuschließen. Nach dem Ausschluss wurde eine ausführliche Anamnese durchgeführt. So hat sich u.a. herausgestellt, dass sie aus Kasachstan stammte, seit 10 Jahren mit ihrem Mann, dem Sohn, dessen Frau und zwei Enkelkinder zusammen in Deutschland lebte. Sie vermisste ihr liebes Haus und den großen Garten aus der alten Heimat, sowie ihre Tochter und Enkel, die in Kasachstan geblieben waren.

Sie wurde mit Hypnose behandelt. Mit dem Ziel, ihre biografische Erfahrung als kräftigende Ressource zu erarbeiten um ihren persönlichen Blick auf die gesamte Situation zu verändern. Die Prothese wurde dem aktuellen Befund angepasst. Mit homöopathischer Begleitbehandlung, unendlicher Geduld und der aktiven Unterstützung ihrer Familie hat Frau P. schließlich gelernt, den „Fremdkörper“ zu akzeptieren. Kauübungen unterstützten die Intergration, so konnte sie ihre Lieblingsspeisen erneut schmecken und genießen!

Bei speziellen, nicht alltäglichen Symptomatiken im Mundbereich, wie auch bei Kaumuskelbeschwerden, Geschmacksveränderungen nach Eingliederung von Kronen oder Brücken, Kau- und Verdauungsproblematiken, bei vermehrtem Stress u.s.w. sollte man einen Zahnarzt aufsuchen, der über weitgehende Erfahrungen mit entsprechenden Beschwerden verfügt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein absolutes Muss vor jeder Essensumstellung

05. Juli

Wir leben in Symbiose mit tausenden von Bakterien.

Bis zu sieben Kilogramm unseres Körpergewichtes verdanken wir den Mikroorganismen, die darin leben. Sie beeinflussen sowohl unser physisches als auch unser psychisches Wohlbefinden.

Ohne Bakterien kann keine vollständige Nährstoffaufnahme aus dem Essen stattfinden.

Die Zusammensetzung unserer Darmflora hängt in entscheidendem Maße von unseren Essgewohnheiten ab.

Untersuchungen zeigen, dass sich die Darmflora im Laufe der Zeit im Magen-Darm-Trakt kontinuierlich verändert.

 

Durch falsches Essen und Kauen kann die Harmonie zwischen nützlichen und krankheitserregenden Bakterien im Körper erheblich gestört werden.

 

Da will ich kurz erzählen  wie es mir ergangen ist, als ich meine Nahrung unvorbereitet und plötzlich auf vegetarisch umstellte.

Ich praktizierte schon seit einiger Zeit Kundalini -Yoga (nach Yogi Bhajan) bei einer sensiblen, kompetenten und liebevollen Yogalehrerin, die mir empfohlen hatte auf Fleischkonsum definitiv zu verzichten und mich vegetarisch zu ernähren, um Veränderungen im Körpergefühl leichter nachspüren zu können. Die Entscheidung damit zu beginnen habe ich aber immer auf „morgen“ verschoben. Nur ihren Rat mich auch als Yogalehrerin weiterzubilden, den habe ich sofort beherzigt.

Einige Wochenendseminare für diese Weiterbildung fanden in einem idyllisch- gelegenen Seminarhaus neben München statt, das exklusiv vegetarische Kost anbot. Wir kamen am Freitag nachmittag an, aßen gemeinsam zu Abend und blieben bis Sonntag Nachmittag dort.

Am Samstagmorgen begann sich mein Magen zu melden. Anfangs mit Drücken, einem Gluckern, dann ein Rumoren gefolgt von heftigem Durchfall.

Mein Wohlbefinden war beeinträchtigt, so dass ich die angenehme Atmosphäre im naturnahen Wochenendhaus nicht genießen konnte, sondern diese eher als belastend empfand. Schmerzen und Blähungen deuteten darauf hin, dass mein Körper auf eine kurzfristige Essensumstellung nicht vorbereitet war!

Der Arzt, den ich danach aufsuchte veranlasste eine Menge Untersuchungen. Ich war aber verunsichert, weil sich die Befunde im Normbereich befanden.

Nach eingehenden Recherchen bin ich zur Schlussfolgerung gelangt, dass meiner Darmflora jene Bakterien fehlten, die auf Verarbeitung von Vollwertkost spezialisiert waren. Denn in meinem Inneren hatte es so richtig gegärt, die vorhandenen Bakterien hatten Unmengen von Gasen produziert.

Bestimmt hatte ich zu viel auf einmal vom ballaststoffreichen Brot gegessen!

Sicher hatte ich auch nicht jeden Bissen genügend gekaut, um ihn reichlich mit Speichel zu vermengen. Die Speichelenzyme sind wichtige und unverzichtbare Helfer für die Verdauung, da sie schon in der Mundhöhle die Zuckerbestandteile aus dem Vollkornbrot verarbeiten, so dass der Magen-Darmtrakt entlastet wird.

Über ähnliche Erfahrungen berichteten auch manche meiner Patienten, die unvorbereitet ihr Essen umgestellt hatten.

Vor einer Essensumstellung ist es nicht nur angebracht sondern auch zwingend notwendig die Aufmerksamkeit auf die Nahrungszerkleinerung zu fokussieren.

Dafür sind folgende Fragen entscheidend:

Wie findet in Deiner Mundhöhle die Nahrungszerkleinerung statt?
– Sind Deine Mundorgane auf das Kauen exclusiv – vegetarischer Nahrung      vorbereitet?
– Ist Dein Kaumuster physiologisch?
– Kaust Du auf einer Art und Weise, dass Du Dich in den Rhythmus der Natur    einreihst?

Der Besuch eines Kaukurses oder einer Kaugruppe hilft Dir bestimmt, reibungslos die Essensumstellung zu meistern.

 

 

 

 

 

 

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Dein Leben erfolgreich entschleunigen

01. März

Die moderne Gesellschaft zwingt uns in einem rasanten Tempo zu leben. Da hast Du Dir bestimmt irgendwann auch gewünscht, mehr Zeit für Dich zu haben. Oder kennst jemanden, der in dieser “Zu-wenig-Zeit-haben-Spirale steckt”.
Als Zahnmediziner fällt mir am Zustand des Gebisses immer wieder auf, dass sich die Leute vermehrt mit Folgen von Stress auseinandersetzen müssen. Auch Mediziner schlagen Alarm: jeder zehnte Bundesbürger hat Burnout – Symptome was bedeutet, dass sie sowohl körperlich, als auch seelisch an Erschöpfung leiden!

Wie können wir alle dieser rasanten Beschleunigung entkommen?
Wie kannst Du Dein Leben entschleunigen?

Bekannte Vorschläge wären: die Zeit sinnvoller nutzen, auf körperliche Signale hören, langsamer leben, in sich rein hören. Guter Rat alleine hilft nicht immer! 

Da sind praktische Übungen gefragt, die Dir konkret helfen, Dich Schritt für Schritt aus dem Zeit – Sog oder Stress- Geschehen zu befreien.

Das bewusste Kauen der Nahrung ist die einfachste Methode, Dich sofort  ausschließlich auf Deine körperlichen und seelischen Bedürfnisse zu konzentrieren. Regelmäßig Mahlzeiten zu Dir nehmen, das musst Du und jeder Mensch auf dieser Welt tun.
Entscheide  dich ab sofort diese Mahlzeiten in Ruhe einzunehmen, jeden Bissen aufmerksam zu kauen um den Geschmack vollständig zu erspüren. Dafür benötigst Du keine zusätzlichen, energieintensiven Vorbereitungen. Und es ist absolut keine Zeit notwendig, die Du zusätzlich einplanen musst.  

Ganz im Gegenteil: Das aufmerksame, bewusste Kauen ist eine effiziente Methode die kostbare Zeit zu entschleunigen, um  sie dann intensiver zu genießen.

Nimm Dir genügend Zeit, jeden Bissen vollständig zu kauen.
Schlucke den Bolus nur dann, wenn er voll flüssig ist.
Nimm erst danach einen neuen Bissen in die Mundhöhle auf.
Genieße bewusst und mit Aufmerksamkeit jeden einzelnen Essensbissen.

Im nächsten Artikel werde ich über unverbrauchte Kauenergie und deren Folgen berichten.

 

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Sich selbst etwas Gutes tun, ist sehr einfach

22. Januar

Kauübungen gehören zu den Aktivitäten, die Du ohne zusätzlichen Energieaufwand und an jedem Ort durchführen kannst. Sie sind nicht nur wirkungsvolle Werkzeuge, die Du einsetzt, um eine physiologische Verdauung zu unterstützen.

Kauübungen gehören zu den effizientesten Maßnahmen der allgemeinen Gesundheitsvorsorge und wirken sich positiv sowohl auf den Körper, als auch auf die Seele aus.

Eine erste sofortige Wirkung beim Praktizieren aktiver Kauübungen ist die Wachheit, die dadurch  hervorgerufen wird. Um Dein Essen zu genießen, musst Du ja voll und ganz da sein!

Sitzt Du mit vollem Teller vor dem Fernseher und frühstückst, wird es Dir möglicherweise gar nicht auffallen, wie die Speisen genau geschmeckt haben. Geschweige denn Dich erinnern, ob jeder Bissen vollständig von den Zähnen zerkleinert und auch genügend mit Speichel vermischt wurde.

Warum weise ich wiederholt darauf hin, dass jeder Bissen bewusst, vollständig und rhythmisch, also physiologisch zerkaut werden soll?

Dafür gibt zahlreiche Gründe! Einige davon werde ich weiter unten nennen. Auf andere werde ich in den nächsten Artikeln eingehen.

Ein trifftiger Grund diese genannte Kauform zu praktizieren, könnte folgender sein:  beim aufmerksamen, vollständigen Kauen betreibst Du auch intensive Prophylaxe für Zähne, Halteapparat und Zahnfleisch (Gingiva). Kaust Du bewusst, so erlaubst Du Deinem Körper nachzuvollziehen, was dabei passiert. Du erfährst wie die Zähne gleichmäßig beim Kauen belastet werden. Spürst Du wie harmonisch sie arbeiten, ähnlich wie eine Mühle, die das Korn zermahlt?

Zu gleicher Zeit werden die Fasern des Zahnhalteapparates gedehnt. Der Kieferknochen, mit dem  diese Fasern auch verbunden sind, wird durch diesen harmonischen Zug physiologisch belastet und gestärkt.

Rhythmische Kaubewegungen tragen dazu bei, dass das Blut durch die zahlreichen Gefäße gepumpt wird:

  • die Zellen werden genügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt
  • die Abfuhr der Abbaustoffe durch die Lymphe wird sofort vollzogen
  • das Zahnfleisch wird automatisch massiert

Auf diese Art verhindert das aufmerksame, bewusste Kauen die Entstehung einer unangenehmen Zahnbetterkrankung, die im Volksmund  “Parodontose” genannt wird.

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Bewusstes Essen beginnt beim Kauen und Schmecken

15. Dezember

So wie der Titel begann ein Leserkommentar zu meinen bisherigen Einträgen.

Ziel von Kauberater ist zu informieren. Sowie Neugierde und Experimentierlust bei Dir zu erwecken.

Was ich erneut unterstreichen möchte, ist folgendes: Kauberater konzentriert sich nicht so sehr auf das bewusste Essen, sondern auf das bewusste Kauen.

Kein tiefgreifendes Geschmackserlebnis kommt ohne aufmerksame, vollständige und bewusste Kauaktivität aus.

Dieser physiologische Prozess der Nahrungszuführung ist jedem in die Wiege gelegt und auch anerzogen worden.

Durch Umwelteinflüsse, oder aus zahlreichen anderen Ursachen, kann dieser Kauprozess gestört sein. Unphysiologische (nicht naturgemäße) Kaubewegungen beeinflussen die harmonische Zusammenarbeit des gesamten Organismus. Das kommt auch daher, dass die Kaumuskeln zu den kräftigsten Muskeln den Körpers zählen.

 

Bewusste Ernährung setzt voraus, dass Du die Kunst des aufmerksamen, vollständigen Kauens schon beherrschst. Sie ist sogar zur Gewohnheit geworden. Bewusste Ernährung ist quasi der nächste Schritt zur Verbesserung des natürlichen Verdauungsprozesses.