Bewusst kauen – bewusst entspannen

Bewusst kauen – bewusst entspannen

In Stresssituationen beißt der Mensch intuitiv und wortwörtlich die Zähne zusammen ▬ Eine Kautherapie kann helfen, die Kiefer bewusst zu entspannen und verkrampfungs­ bedingte Beschwerden zu lindern

Verspannungen der Gesichts- und Kiefermuskulatur, Myopathien oder Myoarthropathien, falls auch das Kiefergelenk in Mitleidenschaft gezogen ist, sind in der heutigen, oft stressbeladenen Zeit häufig anzutreffende Phänomene. Ein großer Teil der Bevölkerung leidet an deren Folgen, doch die meisten sind sich dessen gar nicht bewusst. Viele Mitmenschen haben mit Stress-Konsequenzen zu kämpfen und gehen regelrecht „verbissen“ durchs Leben – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn: In manchen Fällen sind verspannte Gesichts- und Kiefermuskeln Ursache von Stress.

Gleichzeitig ist die Fähigkeit, die Kiefer und die Mimik uneingeschränkt bewegen zu können, ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität. Menschen, bei denen im Rahmen eines Eingriffs unter Narkose eine bestehen- de Kieferklemme behoben wurde, reagieren nicht selten erleichtert, fühlen sich befreit und geradezu euphorisch durch ihre wiedergewonnene Beweglichkeit. Beispiele wie diese zeigen, wie wichtig es ist, muskuläre Kieferverspannungen frühzeitig zu erkennen und zu lösen und solche muskulär bedingten, extremen Funktionsstörungen im orofazialen System zu vermeiden.

Mögliche Ursache: Unvollständige Muskelentspannung

Das orofaziale System umfasst sämtliche Strukturen des Kopf-, Zahn-, Mund- und Kiefersystems sowie deren funktionelle Wechselbeziehungen. Dementsprechend übernimmt es zahlreiche Aufgaben. Es ist unter anderem beteiligt an der Nahrungsaufnahme, am Sprechen, Schlucken, Singen, Gähnen, Lachen und Spucken. Eine Fehl- funktion in einer diesen Komponenten wird als Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet. Muskuläre Verspannungen ebenso wie Disharmonien funktioneller, biochemischer oder neurogener Natur in einem dieser Elemente haben eine direkte Wirkung auf die oben genannten Aktivitäten – und auf das gesamte körperliche Wohlbefinden. Tatsächlich können die Ursachen dieser Funktionsstörung anatomischer, funktioneller oder seelischer Natur sein. Die Kiefermuskeln wie auch die gesamte Körpermuskulatur reagieren auf Traumata, Kritik, Angriffe oder andere Bedrohungen von der Außenwelt mit einer Verspannung (Flucht- oder Kampfreflex). Ein solcher Fluchtreflex, den Beugereflex, illustriert Abb. 2.

Ein großer Teil der Bevölkerung spannt in Stresssituationen als Erstes die Kaumuskeln an (Abb. 3). Das hat der Psychologe und Körpertherapeut Thomas Hanna beobachtet und analysiert [1]. Seine Untersuchungen zeigen, dass auch Augen- und Stirnmuskeln angespannt werden sowie all die anderen Strukturen, die die Körperposition in eine Embryohaltung bringen, einem Urinstinkt, der dem Sicherheitsbedürfnis folgt. Und auch die Atmung wird angehalten. Das signalisiert Angst und ist Teil des angeborenen Reflexes. Hanna bezeichnet diese Reaktionskaskade als Stoppreflex.

Entspannung wird verlernt

Physiologisch betrachtet, müssten nach ei-nem stressauslösenden Ereignis die Muskeln wieder entspannen und in ihre Grundspannung zurückkehren. Dauerstress und wiederholte psychische Belastung erlauben den geplagten Muskeln jedoch nicht, ihre Ursprungslänge zu erreichen. Sie bleiben in diesem verkürzten Zustand stecken, was schmerzhaft sein kann. Das bewusste Gehirn vergisst mit der Zeit, wie sich ein entspannter Kaumuskel anfühlt. Dieses Phänomen wird sensomotorische Amnesie genannt [2] und findet sich auch in vielen Redewendungen wieder: Wir „beißen“ uns durchs Leben oder laufen „auf dem Zahnfleisch“.

Die Lösung: bewusst entspannen

Erlernte physiologische Körperreaktionen auf Stress, wie zum Beispiel die oben beschriebenen Überlebensreflexe, aktuelle traumatische Erlebnisse oder Glaubenssätze können zur Folge haben, dass der Körper mit der Zeit gar nicht mehr bewusst wahr- nimmt, wie verspannt bestimmte Muskelgruppen sind. Wer andere Menschen, Freunde, Patienten oder Klienten dazu auf- fordert, nicht so verbissen zu sein, also die Zahnreihen nicht unkontrolliert aufeinander zu pressen, sondern stattdessen den Mund mit vermehrter Aufmerksamkeit zu öffnen und dabei bewusst ihre Kiefermus- keln zu entspannen, bekommt häufig Antworten wie: „Wieso, ich bin doch ganz locker“ oder „Das ist der normale Zustand bei mir“. Menschen, die so antworten, können tatsächlich einen entspannten Zustand nicht mehr vergegenwärtigen. Es gibt auch Menschen, die sich locker fühlen und zum Beispiel viel Sport treiben, aber gerade bei dieser Aktivität dauernd unbewusst die Zähne zusammenbeißen, sodass Verspannungen sich zu einer Gewohnheit einschleichen. Dabei entsteht ein Teufelskreis, den Abb. 4 veranschaulicht.

Die Frage bleibt: Warum können manche Patienten nicht sofort nach einem Stressgeschehen willkürlich und bewusst die Muskeln entsprechend lockern? Der Zustand der Anspannung verläuft über Reflexe vollständig unbewusst ab, sodass er als vollkommen normal empfunden wird. Die Entspannung ist nur ein passiver Vorgang. Physiologisch folgt nach jeder Anspannung automatisch immer eine Entspannung. Dauerstress ver- hindert diesen Vorgang.

Doch es ist möglich, auf vorhandenes, aber vergessenes Körperwissen in Bezug auf die Muskelentspannung schrittweise zurückzugreifen. Erfahrungen zeigen, dass er- lernte Reaktionen mithilfe erhöhter Auf- merksamkeit umstrukturiert werden können. Eingefleischte Gewohnheiten werden auf diese Weise beeinflusst und umorgani- siert. Eine vermehrte Aufmerksamkeitsschulung gehört zu den effektivsten Mechanismen, um diese Automatismen aufzudecken und dagegenzusteuern. Durch sie verändern sich die Selbsterfahrung und Selbstempfindung. Die Betroffenen lernen dabei, ihren Körper bewusster wahrzunehmen und eine neue Verbindung zu ihm herzustellen. Veränderungen können auf diese Weise schrittweise eingeleitet werden. Ein neues Körperbewusstsein wird aufgebaut.

Die Technik: Bewusstes Kauen

Bewusstes Kauen ist ein einfacher Weg, um sich die Funktionsweise des orofazialen Systems zu vergegenwärtigen. Ein natürliches, einfaches Verfahren zur Kontrolle des eigenen Verhaltens ist auch das vollständige Kauen jeder Nahrung: Dies ist eine effiziente Methode, um in bewussten Kontakt mit der funktionellen Aktivität der Kaumuskeln und der Kiefergelenke zu kommen und deren unbewusste Stressaktivität aufzudecken.

Die bewusste Kauaktivität ebnet nicht nur den Weg zu einer gesunden Ernährungs- weise, sondern stärkt auch das Körperempfinden, bewirkt eine tiefgreifende Selbstwahrnehmung und wirkt unterstützend auf die Selbstentfaltung.

Erfahrungen zeigen, dass auch erlernte Reaktionen mithilfe erhöhter Aufmerksamkeit umstrukturiert werden können. Eingefleischte Gewohnheiten wer- den auf diese Weise beeinflusst und umorganisiert.

Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Menschen tatsächlich über die Vorzüge gleichmäßiger, ergiebiger Nahrungszerkleinerung in der Mundhöhle sowie deren positiven Wirkung auf den gesamten Organismus in- formiert sind. Viele können auch kompetent erklären, warum die Zähne eigentlich nur beim Kauen physiologisch belastet werden. Trotz dieser umfangreichen Kenntnisse geben viele Myopathie-Patienten an, aus Zeitmangel oder anderen Gründen einer harmonischen, mechanischen Kauaktivität nicht genügend Aufmerksamkeit zu schenken.

Fallbeispiel Myopathie

Ein 36-jähriger Patient mit Kiefergelenkbe- schwerden, von Beruf Bauingenieur, ist sich bewusst, dass er in den Kaupausen die Zahnreihen zusammenpresst und dass der enorme Druck, der dabei entsteht, bei ihm Schmerzen verursacht. Er war bereit, ein Ta- gebuch zu führen, in dem er seine Essge- wohnheiten notierte sowie die Aktivitäten, an denen Unwohlsein und Schmerzen auf- treten. Auch auf seine Kaumodalitäten woll- te er achten. Abb. 5 zeigt den Mechanismus der Auslösung der Speichelsekretion.

Der Patient hat das „richtige Kauen” mit dem mühsamen Nachzählen der Kaubewe- gungen gleichgestellt. Das hat er als „Schwerstarbeit” empfunden und deshalb nicht mehr weiter verfolgt. Jeden Bissen nach der weit propagierten Methode 20– 50-mal zu kauen, kann für Myopathie-Pati- enten sehr anstrengend sein und in puren Stress ausarten.

Kauaufmerksamkeit schrittweise entwickeln und erinnern
Tatsächlich wollen Patienten vermehrt Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen. Ein erster Schritt hierzu ist es, die Essgewohnheiten zu überprüfen, auf zuckerhaltige Getränke sowie auf kohlenhydratreiche Kost eine Weile lang zu verzichten und sich vorwiegend basisch zu ernähren. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass mehr als die Hälfte der Patienten triftige Gründe angab, weshalb sie auf gegenwärtige Essgewohnheiten nicht verzichten können. Tatsächlich gehört eine Umstellung des Essverhaltens zu den schwer veränderbaren Gewohnheiten.

Empfehlung an Menschen, die ihre Essgewohnheiten ändern wollen:

-Behalten Sie Ihre Essgewohnheiten erstmal bei und nehmen Sie stattdessen jede Nahrung aufmerksam auf.

-Bearbeiten Sie jeden Bissen vollständig im gesamten Mundraum.

-Setzen Sie dabei bewusst alle Sinnesorgane des orofazialen Systems ein.

-Schlucken Sie erst anschließend die Nahrung.

Die Rückmeldungen der Patienten zu dieser Technik sind interessant: So berichtete eine Patientin, dass sie zu Beginn ihrer aufmerksamen Kauaktivität sehr überrascht war, wie schnell der Bissen nach nur 2–3-maligem Kauen von der Zunge automatisch in Richtung Schlund befördert wurde. Bewusst hatte sie gar keinen richtigen Einfluss auf das Geschehen in der Mundhöhle. Ihre Zunge schob völlig unerwartet den wenig durchgekauten Bissen in Richtung Schlund, wo er augenblicklich in der Speiseröhre verschwand. Ein anderer Patient berichtete, warum sein Vorhaben, die Nahrung vor dem Schlucken vollständig zu kauen, endgültig gescheitert war: „Beim Versuch, den Bissen über das gewohnte Maß, wenigstens 20 Mal im Mundraum zu bearbeiten, sprich die Kaubewegungen stur nachzuzählen, hat mich plötzlich so eine Langeweile gepackt, dass ich erst mal wieder wie gewohnt das Essen schlinge.”

Zahlreiche Kaupraktizierende berichten, mit ähnlichen Problemen konfrontiert zu sein. Dazu verspürten sie beim Versuch, die Speisen länger in der Mundhöhle zu bearbeiten, Verkrampfungen im Rachenbereich („meine Kehle schnürt sich zusammen”). Auch wurden sie oft von den Mitmenschen belächelt und als „Wiederkäuer” abgestempelt.

Jeden Bissen 20–30 Mal zu kauen, bevor man ihn schluckt, ist korrekt, aber bei Weitem nicht ausreichend für eine bewusste Wahrnehmung der Kiefermuskulatur. Das Mitzählen kann zusätzlichen Stress verursachen sowie eine Ablenkung vom Genuss und von der Fokussierung auf eigene Empfindungen bedeuten. Es ist bekannt, dass die Anzahl der Wiederholungen einer Aktivität nicht unbedingt deren Qualität verbessert. Im Gegenteil: Es kann sogar die ausführliche, genaue Bewusstheit dafür herabsenken.

Kautraining statt Kau-Zählen

Um anfängliche Kauschwierigkeiten zu überbrücken, haben wir uns in unserer Praxis dazu entschlossen, Kauübungen anzubieten. Diese trainieren tatsächlich intensiv die Aufmerksamkeit und Sensibilität, wobei dazu bewusst der gesamte Mundraum einbezogen wird. Um den Körper anfangs nicht zu überfordern, wird der Fokus gezielt auf eine entspannte Gesichtsmuskulatur sowie auf die unterschiedlichen Wahrnehmungsbereiche der Essensaktivität konzentriert. Von der linearen Methode des Zählens haben wir uns etwas distanziert. Denn sie rückt das mechanische Nachzählen jedes Bissens in den Vordergrund und ignoriert den sensiblen, wahrnehmungsunterstützenden Teil der Kauaktivität. Damit unterminiert sie auch jede Freude und lässt keinen Platz für Genuss. Die Motivation, eine vollständige Kausequenz durchzuziehen, geht schnell, sichtbar und spürbar verloren. Es ist nachgewiesen, dass die Essgewohnheiten heutzutage stark von emotionalen und sozialen Aspekten beeinflusst werden.

Kauübungen ebnen den Weg zu vergessenen, entspannten, transformierenden, physiologischen Kaugewohnheiten. Sie sind praktische Aufmerksamkeitsübungen, die zu einer schrittweisen Steigerung der Sensibilisierung und Kontrolle des Körperempfindens beitragen. Denn eine rein lineare Konzentration auf das Zählen der mechanischen Mundbewegungen lenkt, wie gesagt, die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Körper und Erfahrungsprozess weg.

Vielfältige Effekte des Kautrainings

Trainiert wird das Gehirn so lange, bis ein Transfer der erworbenen Technik in den Alltag gelingt und das physiologische Kauen, wie das tägliche Zähneputzen, zur Gewohnheit wird. Das dauert, je nach Interesse, Motivation und Ziel der Anwender, mehrere Trainingseinheiten.

Ein Seminarteilnehmer, der auch zwei Reset-, Entspannungs- und Kauberatungssitzungen erhalten hatte, berichtete, dass er nach dem Seminar einen Monat lang nur Gemüsesuppe gegessen hatte. „Scheinbar hat sich mein Körper gegen eine andere Art von Nahrung gesträubt“, begründete er. Eigentlich hat er die Suppe mehr geschlürft als gekaut, um ja alle Geschmacksknospen zu umspülen, sämtliche Geruchserfahrungen auszuschöpfen und die Gesichtsmuskulatur intensiver zu spüren. Er gab an, gelernt zu haben, auf die Körpersignale zu achten, seinen Körperempfindungen und seinem Geschmack zu ver- trauen. Und nur das zu verzehren, wonach der Körper im Augenblick verlangte. Als angenehme Nebeneffekte erwähnte er, dass er Gerüche viel intensiver als vorher wahrgenommen sowie zusätzlich auf diese Weise auch 2 kg abgenommen hatte. Durch das Kautraining hatte er seinen „Aufpasser” [3] im eigenen Körper wiederentdeckt.

Bewusstes Kauen in der Gruppe

Energiebeschaffung aus der Nahrung setzt körperliche Tätigkeit voraus. Die aufmerksame Nahrungszerkleinerung in der Mund- höhle muss jeder für sich alleine durchführen. Um sich beim Üben nicht einsam zu fühlen, ist es anfangs sinnvoll, die bewusste Kauaktivität mit Gleichgesinnten innerhalb einer Kaugruppe und unter Anleitung eines Kauberaters zu praktizieren. So lassen sich alte Kau- und Essgewohnheiten besser un- ter die Lupe nehmen und überprüfen. Voraussetzung hierfür ist die Bereitschaft zu einer regelmäßigen, bewussten Kaupraktik.

Zu Beginn jedes Treffens werden spezielle Entspannungsübungen praktiziert. Sie tragen aktiv dazu bei, das Kiefergelenk zu harmonisieren sowie Kaumuskeln energetisch zu entspannen, Stress abzubauen und nicht herunterzuschlucken. Eine Seminarteilnehmerin berichtete nach einigen Sitzungen, dass ihr Körper sich ganz schnell an die neue, beidseitige Kauart angepasst hat und dass sie jeden Bissen bewusst und aufmerksam bearbeitet. Dass sie in überschau- barer Zeit diese gesundheitsfördernde Art der Nahrungsaufnahme im Alltag integriert hatte, war ihr in der Mittagspause aufgefallen. Beim gemeinsamen Essen mit Arbeitskollegen hatten diese ihren Teller schon längst leer, bevor sie, vollkommen entspannt, nur die Hälfte des Tellers ausgelöffelt hatte. Tatsächlich isst sie viel weniger als früher, das Sättigungsgefühl stellt sich bereits nach geringeren Nahrungsmengen ein.

Sensibilität steigt

Kaupraktizierende sind bereit, ihre Aufmerksamkeit, Sensibilität und Wahrnehmung zu schulen. Deshalb achten sie bewusster auf die Signale, die der Körper sendet. Dieser verlangt oftmals nach den Vitalstoffen, die ihm im Augenblick fehlen. Wie bereits erwähnt, können neue Erkenntnisse und Empfindungen allein durch die rein mechanische Wiederholung von Kaubewegungen nur mit viel Mühe erreicht werden. Es lohnt sich, bewusst mit unterschiedlichen Handlungsalternativen im Rahmen der Kauaktivität zu experimentieren. Sie führen zu einem neuen, entspannten Kiefer- und Körpergefühl. Auf diese Weise ersetzen die neuen Gehirnaktivitäten alte, unökonomische Bewegungsmuster und Denkweisen.

Fazit: Bewusstes Kauen ist eine leicht umzusetzende, aber wertvolle, das Selbstbewusstsein steigernde Ressource, die jedem zur Verfügung steht. Der Kauakt an sich kann an- strengend sein, wenn bestimmte orofaziale Strukturen nicht natürlich, manchmal zu intensiv oder auch ungenügend belastet werden. Eine verspannte Kiefer- oder Gesichtsmuskulatur sowie in ihrer Funktion eingeschränkte Temporo-Mandibulargelenke beeinflussen den Kauvorgang, da die Exkursionsbewegungen in einer unökonomischen Form stattfinden. Körperlich-motorische sowie energetisch-emotionale Umerziehung kann den Kauvorgang optimieren. ▬

 


 

Dieser Artikel erschien zuerst in der zkm – Zeitschrift für Komplementärmedizin Nr. 4 – 2019

 


Literatur

1 Hanna T. Beweglich sein ein Leben lang: Die heilsame Wirkung körperlicher Bewusstheit. München: Kösel; 2011: 65
2 Pohl H. Unerklärliche Beschwerden? Chronische Schmerzen und andere Leiden körpertherapeu­ tisch verstehen und behandeln. München: Knaur; 2010: 19
3 Werner B. Leitfaden zur F.X.­Mayr­Kur und zu ergänzenden Verfahren der biologischen Medi­ zin. Stuttgart: Haug: 1994; 30
4 Luhmann H. Spinale Reflexbögen und Rhyth­ musgeneratoren. In: Pape H, Kurtz A, Silber­nagl S, Hrsg. Physiologie. 8. Aufl. Stuttgart: Thie­ me; 2018: 281
5 Aumüller G, Wennemuth G. Kaumuskulatur (Mus­ culi masticatorii). In: Aumüller G, Aust G, Conrad A, Engele J, Kirsch J, Hrsg. Duale Reihe Anatomie. 4. Aufl. Stuttgart: Thieme; 2017: 941
6 Artner J, Nichterlein P, Cakir B et al. Injektions­ therapie an der Wirbelsäule. Orthopädie und Un­ fallchirurgie up2date. 2011; 6 (04): 287–298
7 Silbernagl S, Despopoulos jr. A, Draguhn A. Er­ nährung, Verdauung. In: Silbernagl S, Despopou­ los jr. A, Draguhn A, Hrsg. Taschenatlas Physiolo­ gie. 9. Aufl. Stuttgart: Thieme; 2018: 264

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