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Einfluss der Kaumuskulatur auf den Cranio Sacral Rhythmus

30. November

Die Knochen des Schädels befinden sich in ständiger rhythmischer Bewegung.

An definierten Stellen im Gehirn (Plexus choroidei – Adergeflecht) wird kontinuierlich Gehirnflüssigkeit produziert und absorbiert.

Diese wird mit einer Frequenz von 6-12 Zyklen / Min. ausgeschüttet.

Die Flüssigkeit befindet sich in ständiger Bewegung, sie umhüllt das gesamte Gehirn, Rückenmark und Nerven.

Diese Bewegung wird Craniorhythmus genannt. Sie bewirkt eine rhythmischen Zusammenziehung und Ausdehnung von Cranium (Schädelknochen) Wirbelsäule und Sacrum (Kreuzbein).

Der Rhythmus kann am Körper genauso gespürt werden, wie der Herzschlag und die Atembewegung.

Ist diese Bewegung gestört so entsteht ein Stau, der harmonische Fluss der Gehirnflüssigkeit wird eingeengt oder blockiert.

Die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung im Gehirn und Rückenmark sind eingeschränkt, der Abtransport der Schlacken ist vermindert.

Als Folge davon verliert der Körper Kraft und Vitalität. Schmerzhafte Bewegungseinschränkungen belasten die Lebensqualität.

Eine der Ursachen dieser Bewegungseinschränkung kann eben die ungenügende Nahrungszerkleinerung, das unphysiologische Kauen, als Folge dysbalancierter Kaumuskeln sein.

Wie genau wird dadurch das Cranio- sacrale- System beeinflusst?

Das Keilbein (os sphenoidale) hat eine zentrale Rolle bei der Bewegungsübertragung.

Mit den meisten Schädelknochen steht es in direkter Verbindung.

Das Keilbein ist derjenige Schädelknochen, der ein Teil der Schädelbasis bildet und die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) beherbergt. Diese steuert das gesamte Drüsensystem des Körpers  (wie z.B: das Wachstum, die Keimdrüsen, Milchproduktion, Wasserhaushalt, Immunsystem etc).

Am Keilbein befindet sich auch der Ursprung von Kaumuskeln, die den Mund öffnen, schließen und nach vorne bewegen  (innere und äußere Flügelmuskeln).

Sind diese verspannt (verkürzt) so steht das Keilbein nicht richtig, es kann zu einer Blockade kommen.

Direkte Folgen von verspannten (verkürzten) Kaumuskeln können u.a. sein:

– eine gestörte Aktivität der Hypophyse – wodurch die hormonelle Arbeit des Körpers massiv beeinflusst werden kann.

– durch die gelenkige Verbindung des Keilbeins mit den anderen Schädelknochen, werden diese genauso beeinflusst. Als Folge davon kann Cranio – Rhythmus gestört werden, die Versorgung des gesamten Körpers leidet darunter.

Das Keilbein bildet auch ein Teil der Orbita (Augenhöhle). Die Augen haben auch die Aufgabe, jede Disharmonie in der Körperstellung auszugleichen. Werden die Kaumuskeln entspannt und das Keilbein korrigiert, so führt das oft zu einer Verbesserung des Sehvermögens. Denn blockierte Muskeln oder Faszien übertragen ihre Blockaden auf den Knochen und schränken deren Beweglichkeit ein.

Deshalb ist es wichtig, die Kaumuskulatur in einem physiologischen Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung zu halten durch das erfolgreiche Praktizieren einer bewussten, aufmerksamen, vollständigen Kauaktivität.

Kauübungen,  wie wir sie  in unseren Seminaren und Workshops praktizieren, sind eine enorme Hilfe, um bewusst zu essen und entspannt zu kauen.

Ein Beispiel aus meiner Praxis:

Während meiner Weiterbildung in Cranio Sacral Therapie habe ich öfter meine Familie, Freunde und Bekannte behandelt.

Der Nachbar aus dem ersten Stock hatte schon längere Zeit Wirbelsäulenprobleme. Er war aber ein lebenslustiger Mensch und spielte, so oft sich eine Möglichkeit ergab, gerne Akkordeon. Meinen Söhnen hat er sogar angeboten, das Akkordeonspielen beizubringen, die haben aber dankend abgelehnt.

Eines Tages erschien er in der Mittagspause in der Zahnarztpraxis, einfach so, um “Guten Tag” zu   wünschen. Da teilte er mir mit, dass er nächste Woche einen Termin im Krankenhaus zur Halswirbelsäulen -Operation hatte, weil die Schmerzen jetzt Oberhand ergriffen hätten.

Ich war überrascht, denn er war kein Mensch, der sich dauernd beklagte. Zwar wusste ich von seiner Frau, dass er ab und zu Termine beim Orthopäden hatte, der ihm auch regelmäßig  Massagen verschrieb. Aber, dass die Krankheit so weit fortgeschritten war, das hatte sie nie erwähnt.

Da habe ich meinem Nachbarn kurzerhand angeboten, eine Cranio- Sitzung durchzuführen, um seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Von Beruf aus war er Feinmechaniker, so dass er gut nachvollziehen konnte, dass eine Blockade an einer Stelle im Körper, das gesamte System in Mitleidenschaft ziehen kann.

Die einzige Cranio -Sitzung, in der ich u.a. der Beweglichkeit des Keilbeins nachgespürt habe, dauerte 45 Minuten.

Nach einer Woche traf ich ihn erneut, so dass er mir mitteilen konnte, dass die Halswirbelsäulen-Operation gar nicht stattgefunden hatte. Bei der Aufnahme ins Krankenhaus erfolgte erneut eine eingehende Untersuchung. Da hat ihm der Arzt mitgeteilt: „Ihre Halswirbelsäule ist in Ordnung!“

Dann begann mein Nachbar herzhaft zu lachen:

„wissen Sie was der Arzt im Krankenhaus noch behauptet hat? Er sagte wortwörtlich: `Sie sind ein Simulant der heftige Schmerzen nur vorgetäuscht, um frühzeitig in Rente zu gehen!`

Dabei bin ich schon seit 3 Jahren Rentner!”